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Kleidung im Internet verkaufen – lohnt sich das?

9. September 2020
Kleidung im Internet verkaufen

Seit über 15 Jahren verkaufe ich Kleidung im Internet. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, seine aussortierte Kleidung zu verkaufen: Ebay, Ebay Kleinanzeigen oder Facebook Gruppen, Kleiderkreisel bzw. Mamikreisel und diverse Ankaufsportale wie zum Beispiel Momox. Auf die verschiedenen Portale werde ich nach und nach in weiteren Beiträgen eingehen. Heute möchte ich Euch erst einmal ein paar grundsätzliche Informationen und Tipps geben, ob es sich überhaupt lohnt, Kleidung im Internet zu verkaufen.

Flohmärkte sind auch nicht mehr das, was sie mal waren…

Flohmärkte sind in Deutschland immer noch beliebt und gibt es in jeder Stadt und besonders auf den Dörfern. Ich habe bis vor einigen Jahren auch gerne auf dem Flohmarkt verkauft, aber die Zeiten haben sich meiner Meinung nach geändert. Ich verkaufe mittlerweile nicht mehr auf Flohmärkten und ich erzähle Euch auch gerne warum.

Gefühlt wird auf Flohmärkten nur noch der Rest von Fest verkauft, also die Kleidung, bei der sich ein Verkauf im Internet nicht lohnt. Ausnahme bilden hier auf jeden Fall spezielle Flohmärkte, die sich auf bestimmte Themen fokussieren. Bestes Beispiel sind hier die Flohmärkte nur für Kindersachen, die lohnen sich nämlich fast immer. Auf den ganz normalen, ich nenne sie jetzt mal Sonntags-Flohmärkte, gibt es an mindestens 5 von 10 Ständen nur Resterampe. Dazwischen die obligatorischen „Händler“, die auch meistens nur Ramsch verkaufen und über die ich immer wieder erstaunt bin, dass dort Menschen etwas kaufen.

Mit hochwertiger Markenkleidung braucht man sich nicht auf den Flohmarkt zu stellen. Es sei denn, man begnügt sich mit den Preisen, die ein Flohmarkt-Käufer bereit ist auszugeben. Das sind durchschnittlich zwischen 50 Cent und 2 Euro. Wenn man sich auf dieses Preisniveau muss man dann aber auch noch erbittert handeln und nebenbei aufpassen, dass nicht ein paar Kleidungsstücke verschwinden. Dazu kommt noch, dass man bei uns in der Region teilweise um 5 Uhr aufstehen muss, die Standgebühr echt gesalzen ist und man dazu auch noch Glück mit dem Wetter haben muss. Auf das alles habe ich persönlich keine Lust 🙂

Auf dem Flohmarkt sind Preise zwischen 50 Cent und 3 Euro Standard für Kleidung

Kleidung nach Verkaufschancen sortieren

Ich sortiere meine Kleidung nach folgendem Schema:

  • Markenkleidung (Hilfiger, Nike, Superdry etc.)
  • Gut verkäufliche No-Name Kleidung (z.B. H&M, Only) > 5 Euro
  • Neuwertige Kleidung im Preissegment < 5 Euro

Kleidung die wahrscheinlich nur 1-2 Euro pro Stück bringt, gebe ich zu 90% in die Spende. Ich unterstütze da gerne die örtlichen Kleiderkammern und werfe selten etwas in die üblichen Kleidercontainer, die bei uns gefühlt alle 100 Meter stehen. Natürlich kann man auch diese Sachen verkaufen, für mich steht da aber Aufwand und Ertrag in keiner Relation.

Tatsächlich verkaufe ich diese drei vorsortierten Kleidungshaufen auf unterschiedlichen Portalen. Was sich da am besten für welches Preissegment eignet, erzähle ich Euch bald in einem weiteren Beitrag.

Kleiderpakete lohnen sich nicht, Kombinationen hingegen schon

Was bei Kinderkleidung wunderbar funktioniert, läuft bei Erwachsenenkleidung so gut wie gar nicht. Die Rede ist von Kleiderpaketen. Kann man 20 Kinderteile in Größe 80 noch ganz toll zu einem Paket schnüren (egal was drin ist), klappt das mit einem Paket mit 20 Teilen in Größe 38 (als Beispiel) eher semi gut. Natürlich bekommt man das verkauft, aber die Preise dafür möchte ich gar nicht erwähnen. Hier gleich eine Warnung, so ein Paket niemals bei Ebay ab einem Euro als Auktion einstellen.

Was ganz gut gehen kann, die Betonung liegt auf hier deutlich auf KANN, ist das Zusammenstellen von Kombinationen. Also Hose mit Shirt, Shirt & Jacke, Jacke & Schal und so weiter. Wenn es ungünstig läuft, beantwortet man ständig Anfragen, ob man denn die Teile auch einzeln verkaufen würde. Also mein Tipp, am besten immer gleich einzeln einstellen oder wirklich gut ausgewählte Kombinationen zusammenstellen.

Ausmessen von Kleidung macht keinen Spaß und ist oft auch überflüssig

Kannst Du das bitte mal ausmessen?

Das sind meine absoluten Gruselnachrichten!!! Kannst Du mir „mal schnell“ die Länge von Pobacke zum Knie oder von Bauchnabel zum Kehlkopf ausmessen. Das sind jetzt zwei absolut übertriebene Beispiele, aber soweit hergeholt ist das leider nicht. Das stelle ich ein Teil für 3,50 Euro ein, am schlimmsten ist eine Hose oder eine Jacke und ich bekomme Anfragen, ob ich mal 5 verschiedene Messwerte angeben kann.

Nein kann ich nicht….

Es sei denn, ich habe einen richtig super duper guten Tag

Ab einen gewissen Wert erbarme ich mich und messe auch gerne mal nach, aber bis ca. 10 Euro messe ich gar nichts. Da muss dann einfach die Größe vom Etikett ausreichen. Aus die Maus…..

Wass ich erst recht nicht mache, die Kleidung schon vorher ausmessen und die Maße mit in die Anzeigen reinschreiben. Absolute Zeitverschwendung! Es werden eh wieder ganz andere Maße angefragt, also genau die, die man natürlich nicht vorher schon gemessen hat.

Schöne Fotos – aber bitte nicht übertreiben

Ich muss immer wieder Aufwand und Ertrag ins Spiel bringen. Man muss wirklich abwägen, ob ich ein Stück für 3 Euro super ordentlich bügle, es dann mit dem Fusselroller bearbeite, Pilling entferne, anschließend einer Puppe oder sich selbst anziehe und dann das beste Foto ever bei rauskommt.

Ganz ehrlich, ich würde nie auf die Idee kommen, solchen Aufwand zu betreiben. Das höchste der Gefühle ist für mich tatsächlich das Anziehen auf eine Schneiderpuppe. Erst wenn ich ein Teil verkauft habe, schaue ich nochmal, ob ich noch etwas optimieren kann. Gebügelt wird aber natürlich immer noch nicht. Jeder der gebrauchte Kleidung kauft, wird diese als Erstes waschen. Bügeln ist also überflüssig!

Was sollte man vor dem Verkauf unbedingt überprüfen

Es gibt allerdings schon ein paar Dinge, die man auf jeden Fall vor dem Verkauf prüfen sollte.

  • Ist die Kleidung sauber? Wenn nein, auf jeden Fall erneut waschen, um zu schauen, ob der Fleck raus geht
  • Wenn es nicht waschbare Flecken gibt, unbedingt darauf hinweisen
  • Ist die Kleidung beschädigt? Risse, Löcher und stark abgenutzte Stellen sind ein No-Go beim Verkauf
  • Sind es originale Stücke? Bitte keine Mitbringsel aus dem letzten Türkei-Urlaub verkaufen (auch wenn natürlich alles echt Gucci ist)
  • Versandkosten realistisch einschätzen! Ganz wichtig, denn in einen Maxibrief passt nicht viel rein und auch in einem Päckchen wird es für eine Jacke schnell eng.

Insbesondere bei den Versandkosten kann ich nur empfehlen, immer Musterkartons parat zu haben. Am besten einen Maxibrief-Karton und ein Päckchen. So kann man Teile mal schnell reinlegen und weiß sofort, ob es passt oder nicht. Falsch kalkulierte Versandkosten können z.B. auf Ebay auch mal zum Negativgeschäft werden.

Aufwand minimieren – Ertrag maximieren

Kommen wir auf die Anfangsfrage zurück, lohnt sich der Verkauf von Kleidung im Internet? Das kann ich ganz klar mit JA beantworten. Kleidung lässt sich unheimlich gut verkaufen. Wann muss nur wissen was, wo und wie…

Mein Tipp für Kleidung im unteren Preisniveau, den Aufwand so gering wie möglich zu halten. Bei höherpreisigen Stücken kann es sich hingegen lohnen, sich auch etwas mehr Mühe für die Präsentation der Kleidung zu geben. Jeder muss dann aber auch für sich entscheiden, bis zu welchem Preis sich welcher Aufwand lohnt. Und es kommt auch darauf an, wie viele Stücke ihr verkaufen möchtet. Ob 5 oder 50 Teile macht bei Kleidung zeitlich einen riesengroßen Unterschied!

Da sind wir dann aber auch schon beim Thema Ertrag maximieren. Bei einigen Portalen, insbesondere Kleiderkreisel, ist Masse wirklich vorteilhaft. Je größer das Angebot, desto mehr wird man gefunden und die Chance, direkt mehrere Teile zu verkaufen, ist deutlich größer.

Mit der richtigen Taktik lässt sich Kleidung sehr gut im Internet verkaufen

Man sollte sich zudem eine „Taktik“ überlegen und der dann auch unbedingt treu bleiben. Entweder man setzt die Preise höher an und muss dann bereit sein für Verhandlungen oder man geht mit der Schmerzgrenze ran, muss dann aber auch hart bleiben und auf seinen günstigen Festpreis beharren. Beide Taktiken sind auf ihre Weise anstrengend, aber man sollte sich das wirklich vorher gut überlegen. Ich bin Typ „Wucherpreise“, um dann noch ordentlich vom Preis runtergehen zu können, ganz wichtig bei Ebay Kleinanzeigen meiner Meinung nach.

Bleibt zum Schluss noch die Erkenntnis, dass oftmals die Kleidung am besten geht, bei der man es am wenigsten erwartet. Warum das so ist, habe ich bis heute nicht herausgefunden.

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