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Crowdfarming – Orangen von DOÑA ANA

14. Februar 2021
Crowdfarming Orangen

Nachdem ich vor einigen Wochen mehrmals die Box von Rübenretter ausprobiert habe, wurde ich durch einen ehemaligen Kollegen auf Crowdfarming aufmerksam gemacht. Crowdfarming ist die direkte Verbindung zwischen den Landwirten und den Kunden, also ganz ohne Zwischenhändler. Der Landwirt produziert und erntet direkt für die getätigten Bestellungen. Der Kunde genießt die Lebensmittel mit dem Wissen, woher sie kommen unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Das wollte ich natürlich unbedingt mal ausprobieren.

Adoptieren oder Kiste kaufen

Man hat bei Crowdfarming zwei verschiedene Möglichkeiten: Eine Kiste z.B. mit Zitronen kaufen oder direkt einen Zitronenbaum adoptieren.

Bestellt man eine Kiste bekommt man diese einmalig zugeschickt. Die Auswahl an den angebotenen Produkten ist saisonal unterschiedlich. Man bekommt also nicht zu jeder Jahreszeit Orangen, sondern nur, wenn sie auch frisch geerntet werden in der entsprechenden Region. Also ein Stück weit wie im eigenen Garten. Dort kann man auch nur ernten, wenn die Birne im Sommer reif ist.

Um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, müssen wir mit dem Grundlegendsten beginnen: nur so viel produzieren, wie auch wirklich verbraucht wird. Auf der Suche nach einer Antwort auf diese simple Frage wurde die Idee des CrowdFarmings geboren und der Ansatz, einen Baum, einen Bienenstock, eine Pflanze, ein Tier oder eine Fläche zu adoptieren, um das Nahrungsangebot auf die tatsächliche Nachfrage abzustimmen.

https://support.crowdfarming.com/l/de/article/y2mp2nk2cr-adoption-als-einkaufsmodell

Eine ganz tolle Idee ist die Adoption. Neben unterschiedlichen Tieren kann man auch einen Bienenstock oder eine Weinrebe adoptieren. Auch Nussbäume sind verfügbar sowie diverse Obstbäume und -sträucher. Der Landwirt hat hier noch einen größeren Vorteil, denn er weiß, dass seine Produkte zu einem festen Preis verkauft und später dann auch konsumiert werden. Zudem ist die Adoption eine sehr individuelle und persönliche Verbindung. Bei einer Tieradoption sieht man in seinem Account ein Foto und den Namen vom Tier. Bei Obstbäumen sieht man auch aktuelle Fotos und kann die Ernte nach und nach abrufen. Bereits zu Beginn der Adoption erfährt man, wie viel Ertrag man in der Zeit erhält. Man kauft also nicht die Katze im Sack. Zudem sind fast alle Farmer bio-zertifiziert.

Adoptiere eine Ziege bei Crowdfarming

10 Kilo Orangen von María Luisa Henríquez Santana

Ich habe mich zum Start für Orangen von Doña Ana entschieden. Durch die Box von Rübenretter bin ich so auf den Geschmack gekommen, dass ich ohne Zögern gleich die große 10 Kilo Kiste bestellt habe. Im Winter ist die Auswahl an Landwirten groß, sodass ich mich ein bisschen auf mein Bauchgefühl und die Beschreibung der Früchte verlassen habe.

Nach der Bestellung erfährt man das Lieferdatum und die Obstbox macht sich schon bald auf den Weg ins kalte Deutschland. Geliefert wird ohne Wachse und Konservierungsmittel. Die Box ist aus sehr stabilem Karton und es wird komplett auf Plastik oder andere Füllmaterialien verzichtet. Meine Orangen haben den langen Weg aber absolut unbeschadet überstanden und haben keine Druckstellen.

Als ich meine Kiste geöffnet habe, war das schon ein besonderes Gefühl. Ich wusste genau, wo die ca. 50 Orangen herkommen und das die Landwirtin, in meinem Fall María Luisa Henríquez Santana, den Preis für das Obst selber bestimmen konnte. Der Landwirt bekommt hier also das größte Stück vom Kuchen ab! Crowdfarming ist in finanzieller Hinsicht absolut transparent und klärt auf der Homepage ordentlich darüber auf.

Crowdfarming Orangen von María Luisa Henríquez Santana / Dona Ana

Geschmacklich sind die Orangen tatsächlich sehr lecker, auch wenn sie optisch sicher nicht dem „Supermarkt-Ansprüchen“ genügen würden. Das macht mir aber gar nichts aus, denn einzig der nachhaltige Anbau sowie natürlich der Geschmack zählt. Die Früchte sind schön fest, richtig frisch und extrem saftig. Fast die Hälfte der Orangen haben wir bereits an den ersten 3 Tagen gegessen. Einen Saft habe ich daraus noch nicht gepresst, weil ich sie dafür fast zu schade finde.

Crowdfarming – mein erstes Fazit

Mein Kollege hat nicht zu viel versprochen. Es macht einfach Spaß, auf der Seite von Crowdfarming die verschiedenen Landwirte kennenzulernen. Es ist ein tolles Gefühl, den ausgewählten Farmer durch seine Bestellung zu unterstützen und bekommt im Gegenzug ganz frische Lebensmittel.

Ich habe bislang nur die Orangen von Doña Ana ausprobiert. Daher kann ich noch nicht über Langzeiterfahrungen zu den verschiedenen Angeboten berichten. Ich werde aber auf jeden Fall weitere Lebensmittel bestellen und vielleicht auch mal eine Adoption aussuchen, finde das nämlich tatsächlich noch spannender als die Bestellung einer Kiste.

Preislich bezahlt man etwas mehr als im Supermarkt, Bio-Qualität vorausgesetzt. Mit konventionellen Früchten darf man allerdings nicht vergleichen, einen 5 Kilo Plastik-Eimer mit Orangen für 5 Euro (letztens im Real gesehen), bekommt man hier ganz sicher nicht.

Wer Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit legt und zudem neugierig auf eine persönliche Verbindung zum Landwirt ist, sollte Crowdfarming unbedingt mal ausprobieren.

Keine Kooperation, das Produkt wurde von mir selbst gekauft und bezahlt.

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